Einen Tag vor der Tour bin ich nicht mehr so tough. Nervenflattern und Angst vor dem Unbekannten macht sich breit. Ich überlege, wovor ich Angst habe.

Vor den Kilometern? -Nein! Meine Bestzeit liegt bei 15km joggen. Dann werde ich auch 15km zu Fuss latschen können. Zur Not gibt’s Busse.

Davor, dass der Plan schief läuft? -Nein! Ich hab ja noch Plan B und C und D und ….

Davor, dass ich mich nicht richtig verständigen kann? -Nein! Man wird mich schon nicht köpfen, wenn ich ein englisches Wort in meinen italienischen Satz baue. Zur Not habe ich Stift und Zettel zum Aufmalen.

Vor der Entfernung? -Vielleicht! Italien ist ja nicht gerade um die Ecke.

Vor dem, was mich dort erwartet? -Ja!

Ich weiss nicht, was mich dort erwartet. Die Städte Florenz und Rom werden voll sein mit Touristen und ich habe eine Orientierung, wie 10km Pflastersteine. Klar, ich kann mich rumfragen, hab Kompass und Karte und das notwendige Wissen, wie ich mich von Punkt zu Punkt bewegen kann. Aber reicht das?

Ich habe das Gefühl, als hätte ich noch nie ein italienisches Wort gehört. Mein Vokabular ist bislang jedoch im Kopf abrufbar. Ich habe meine Packliste tausend Mal geprüft und sie ist vollkommen okay.

Meine Achillessehne hat sich auch recovered, Knieprobleme habe ich nicht.

Morgen fährt mich Storno zum Bahnhof. Dann nochmal zum Abschied meine Kleine kuscheln. Und dann sitz ich im ICE nach München. Erst einmal muss ich bammeln, dass ich diesen verflixten Anschlusszug bekomme. Vielleicht ist das u.A. meine grösste Sorge.

Ich hab ja grad echt ’n bissl Schiss :D